Wärmespeicher Erdreich

Welchen Vorteil bietet eine Erdwärmepumpe?

Funktionsprinzip von Wärmepumpen: Energie aus der Umwelt (Erdreich) gewinnen und dadurch Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen (Gas, Öl) erlangen – nach diesem Prinzip funktionieren Wärmepumpen.

Die im Erdreich gespeicherte Wärme ist unerschöpflich und gratis! Ab einer Tiefe von ca. 1.50 m ist im Erdreich die Temperatur das ganze Jahr über fast konstant (7° bis 13° C). Die Erdwärme wird dabei immer wieder im Sommer durch versickerndes, warmes Regenwasser und die Sonneneinstrahlung erneuert.





Um die im Erdreich gespeicherte Wärme für die Wärmepumpe nutzbar zu machen, gibt es zwei Arten von Erdwärmekollektoren:

1. waagerechte im Erdreich (Garten) in 1,50 m Tiefe verlegte Flächenkollektoren als      Kunststoffrohr-Leitungssystem (ähnlich einer Fußbodenheizung). Das Flächensystem wird zunächst mit einer Schutzfolie und dann mit Füllboden abgedeckt und die Oberfläche wird gärtnerisch angelegt. Sie darf aber nicht überbaut oder versiegelt werden.

2. einmalige, senkrechte Tiefenbohrung im Garten bis ca. 95 m Tiefe, in die eine Erdsonde aus 4 parallelen Rohren (Doppel-U-Rohr-Sonde) eingelassen wird. Der Hohlraum zwischen Sonden und Bohrhülse wird anschließend mit einem betonähnlichen Füllstoff verpresst.

Bei beiden Systemen sind die Rohre mit einer Flüssigkeit, der Sole (Frostschutz-Wasser-Gemisch), gefüllt. Durch die Zirkulation der Sole-Flüssigkeit in den Rohren wird dem Erdreich Wärme entzogen und der hauseigenen Sole-Wasser-Wärmepumpe für Heizung und Warmwasserversorgung zugeführt.

Die Wärmepumpe wird mit Strom betrieben. Eine Technik, für die es sogar Fördergelder gibt, da der Großteil der Wärmeenergie (ca. 75 %) aus erneuerbaren Quellen, wie hier dem Wärmespeicher Erdreich abgezapft wird. Damit unterm Strich Kosten- und Umweltvorteile erhalten bleiben, muss die Anlage sehr effizient betrieben und der Strom möglichst umweltschonend erzeugt werden.

Am ehesten lohnt sich der Einbau einer Wärmepumpe bei einem Neubau. Geeignet sind vor allem ein gut gedämmtes Haus und eine Heizung, die für eine niedrige Temperatur ausgelegt ist, eine Fußbodenheizung.

Insbesondere von der Jahresarbeitszahl (JAZ) der Wärmepumpe sind die Fördergelder abhängig. Die erreichte Jahresarbeitszahl lässt sich an der Steuerung der Wärmepumpe ablesen. Wer einen Strombezug zum günstigeren Wärmepumpentarif beziehen möchte, muss dies mit seinem Versorgungsunternehmen extra vereinbaren. Um die üblichen Abschaltzeiten zu überbrücken, ist zusätzlich – außer bei der Fußbodenheizung – ein Pufferspeicher vorzusehen. Auch das Trinkwarmwasser sollte mit der Wärmepumpe erwärmt werden.